Regionen
Bondoc
Die Arbeit auf der philippinischen Halbinsel Bondoc war das Einstiegsprojekt von IPON. Von Herbst 2006 bis Ende 2010 fand hier Menschenrechtsbeobachtung statt.
Die Bauern der lokalen Organisation KMBP sind im Zuge des Konflikts um die Durchsetzung der staatlichen Agrarreform Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. Auf die rechtmäßige Forderung der Bauern und Bäuerinnen nach gerechter Verteilung des versprochenen Landes, wird von den Großgrundbesitzern u.a. durch den Einsatz von bewaffnetem Personal mit Übergriffen und Bedrohungen reagiert, wobei die zuständigen staatlichen Institutionen (Polizei, Militär und Justiz) ihrer Verantwortung und insbesondere ihrer Schutzfunktion nicht oder nur in sehr geringem Maße nachkommen. Zum Katalog dieser Schikanen zählen Morddrohungen, unbegründete Gerichtsklagen, Ernteverbote oder das unerlaubte Konfiszieren der Ernte; und auch Mord, wie ein Fall vom März 2008 auf schreckliche Weise beweist.
Im Jahr 2008 sowie im Jahr 2009 wurde das Mandat für IPON-MenschenrechtsbeobachterInnen in Bondoc für ein weiteres Jahr verlängert. Ende 2010 hat sich IPON dann dazu entschlossen, die Kapazitäten auf die Regionen Negros und Mindanao zu verlagern und mit dem Auslaufen des Mandatsvertrags Ende 2010 keine MenschenrechtsbeobachterInnen mehr nach Bondoc zu schicken. Entscheidende Gründe hierfür waren eine deutlich verbesserte Situation der Bauern und damit einhergehend eine verbesserte Menschenrechtssituation. Außerdem gelang es IPON, die Aufmerksamkeit eines wichtigen internationalen Akteurs (EU) auf den Konflikt zu lenken. Nichts desto trotz werden die Ereignisse auf Bondoc aufmerksam weiterverfolgt.
Negros
Der Konflikt auf der Insel Negros (Visayas-Inselgruppe) ist ähnlich ausgerichtet wie der auf Bondoc. Auch hier geht es um die Durchsetzung der Agrarreform. Die begünstigten Bauern und Bäuerinnen sind in diesem Fall aber ArbeiterInnen auf großen Zuckerrohrplantagen. In vielen Fällen haben sie bereits ihre Landtitel erhalten, haben jedoch noch keinen Zugang zu ihrem Land. Der Machteinfluss der Zuckerbarone zieht sich bis in hohe Etagen des Staatsapparates und wirkt auf die politischen Entscheidungsträger.
In den Regionen Negros Occidental und Oriental wurde IPON auf Anfrage der Gruppe Task Force Mapalad (TFM) aktiv. Diese Organisation unterstützt Arbeiter auf den Plantagen bei der Einforderung ihrer Rechte und organisiert diese. Die Mitarbeiter von TFM sind Attacken und Bedrohungen von Seiten der (ehemaligen) Landbesitzer ausgesetzt. Sie erhalten Morddrohungen oder werden durch bewaffnete Männer oder Barrieren daran gehindert, die Plantagen zu betreten und mit den Bauern in Kontakt zu treten. Seit 2001 wurden 11 Mitglieder der Organisation umgebracht.
Im Dezember 2007 wurde IPON von TFM angefordert: Daraufhin wurde im Sommer 2008 von IPON ein Vorstudie durchgeführt, um zu überprüfen, ob der Einsatz von MenschenrechtsbeobachterInnen die Situation der TFM-Mitglieder verbessern könnte. Das positive Ergebnis der Studie bestätigte den Nutzen der IPON-Instrumente für die Verbesserung der Menschenrechtssituation vor Ort und so besteht seit Juli 2009 ein Mandat von TFM, das die permanente Anwesenheit von MenschenrechtsbeobachterInnen vor Ort regelt.
Mindanao
Seit Mitte 2011 ist IPON auf Mindanao präsent. Zur Zeit wird dort eine Grundlagenstudie und Konfliktanalyse durchgeführt, um zu sehen inwiefern eine Zusammenarbeit mit der Organisation PADATA möglich ist. Aufgrund der prekären Sicherheitslage der PADATA-Mitglieder wird die Organisation allerdings jetzt schon von IPON begleitet. Vieles deutet darauf hin, dass IPON zeitnah ein offizielles Mandat bekommt, um mit der Gruppe zusammenarbeiten zu können. Die Arbeit auf Mindanao unterscheidet sich von der bisherigen IPON-Arbeit, da PADATA zwar auch um das Recht auf Land kämpft, es sich bei der Organisation allerdings um eine indigene Gemeinschaft handelt, die das Recht auf das Land ihrer Ahnen einfordert.
Die Arbeit gestaltet sich auf Grund der Sicherheitssituation zum Teil schwierig, IPON ist aber zuversichtlich, in Zukunft mit den Instrumenten der Menschenrechtsbeobachtung die Situation positiv beeinflussen zu können.
Beobachter werden
IPON basiert auf der Arbeit von internationalen BeobachterInnen, die für einen Zeitraum von sieben Monaten mit IPON selbstständig in den Konfliktregionen arbeiten. Hinweise zur Bewerbung unter folgendem Verweis:
