Arbeitsansatz

    Das Prinzip der Menschenrechtsbeobachtung wird weltweit von verschiedenen Organisationen in unterschiedlichen Konfliktgebieten angewandt (z.B. Peace Brigades International). Es basiert darauf, dass fast alle Staaten, so auch die Philippinen, offiziell die Menschenrechte unterzeichnet haben und somit verpflichtet sind diese zu fördern, zu respektieren und zu verwirklichen („Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“). Wenn der Staat diesen Verpflichtungen nicht nachkommt, können unabhängige BeobachterInnen die Menschenrechtsverletzungen bezeugen und an die Öffentlichkeit bringen. Sie sollen so in der Weltöffentlichkeit und auch von den zuständigen staatlichen Institutionen vor Ort  als Verletzungen eines internationalen Vertrages wahrgenommen werden. Als ausländische Organisation mit internationalen BeobachterInnen verfolgt IPON einen legalistischen Ansatz in Bezug auf die Auslegung der Menschenrechte.

     

    Demgemäß ist der Staat als Unterzeichner der UN-Menschenrechtscharta dazu verpflichtet, deren Einhaltung zu garantieren. Zentraler Arbeitsbereich in IPON ist daher der Dialog mit staatlichen Akteuren.

     

    Dies bedeutet auch, dass IPON sich nicht in innere Angelegenheiten von Konflikten einmischt. Den Inhalten des Konflikts und der Arbeit der begleiteten Menschenrechtsverteidiger gegenüber verhalten wir uns neutral. So mischen wir uns nicht in strategische Überlegungen der von uns begleiteten MenschenrechtsverteidigerInnen ein, was auch bedeutet, dass wir keine Solidaritätsarbeit leisten und z.B. Lobbyarbeit für die "Sache" der von uns begleiteten Gruppen betreiben.

     

    Partei wird jedoch für die Menschenrechte an sich ergriffen. Treten Verletzungen des Menschrechts auf, wenden wir uns an staatliche Akteure als die Verantwortlichen für die Einhaltung des Menschenrechts.

     

    IPON wird nur nach Anforderung in einem Konfliktgebiet aktiv. Es folgen Vorstudien, die eine Prüfung beinhaltet, ob das Instrument der Menschenrechtsbeobachtung in diesem Konflikt angemessen und wirksam sein kann.

     

    Die Säulen beziehungsweise Grundlage unserer Arbeit vor Ort sind präsent sein, begleiten und beobachten, sowie informieren und handeln. Wir sind davon überzeugt, dass die Bekanntmachung von Menschenrechtsverletzungen zu deren Abnahme oder sogar Verhinderung führt.

     

    Präsent sein

     

    Die BeobachterInnen von IPON zeigen sich bewusst in der Nähe von Personen, die durch ihre Arbeit als MenschenrechtsverteidigerInnen selbst Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind. Dies soll Übergriffen vorbeugen und die Arbeit der Betroffenen ermöglichen. Es wird davon ausgegangen, dass die Präsenz von internationalen BeobachterInnen die Hemmschwelle von Übergriffen erhöht.

     

    Begleiten

     

    MenschenrechtsverteidigerInnen werden von IPON bei verschiedenen Unternehmungen wie politischen Aktivitäten, Gesprächen mit offiziellen Einrichtungen, Versammlungen oder Ernteaktionen begleitet. Teilweise werden auch einzelne besonders bedrohte Personen begleitet. Der Schwerpunkt wird dabei auf Anlässe gelegt, die ein erhöhtes Risiko für Übergriffe bergen.

     

    Beobachten

     

    In Konfliktgebieten sind ungefilterte Informationen meist rar. Die Möglichkeit, Ereignisse vor Ort zu dokumentieren, macht die Berichte unserer BeobachterInnen besonders wertvoll. Die Dokumentation erfolgt vor dem Hintergrund der Menschenrechte. Bei jedem Fall wird versucht, herauszuarbeiten, inwiefern eine Menschenrechtsverletzung stattgefunden hat. Aufgrund unseres legalistischen Menschenrechtsbegriffes ist dabei die Rolle von staatlichen Akteuren zentral. Diese kritische Analyse vor dem Hintergrund der Menschenrechte ist eine zentrale Aufgabe von IPON.

     

    Informieren und Handeln

     

    Die durch unsere BeobachterInnen vor Ort gesammelten und analysierten Informationen werden gezielt an eine internationale Öffentlichkeit getragen. IPON steht im Dialog mit staatlichen philippinischen Stellen und macht diese auf ihre Verantwortung für die Einhaltung der Menschenrechte aufmerksam. Die Berichte unserer BeobachterInnen werden in Deutschland einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Mit ihnen wird aktiv Öffentlichkeitsarbeit betrieben und sie dienen Organisationen, Politikern und Gruppen als Grundlage ihrer Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit. So wird international zusätzlich Druck auf die staatlichen Akteure im betroffenen Land ausgeübt, die Einhaltung der Menschenrechte zu garantieren.

    Beobachter werden

    IPON basiert auf der Arbeit von internationalen BeobachterInnen, die für einen Zeitraum von 6 oder 12 Monaten mit IPON selbstständig in den Konfliktregionen arbeiten. Hinweise zur Bewerbung unter folgendem Verweis:

     

    Bewerbung